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Bayonetta [1/3]
Wenn eine attraktive Hexe mit an ihren High-Heels befestigten Pistolen breakdanced und während dessen um sie befindliche Engel erschießt, so handelt es sich entweder um einen unheimlich seltsamen (Alp)-Traum oder aber um Platinum Games‘ neusten Meisterstreich Bayonetta. Dieses Mal ist Letzteres der Fall.

Autor(en): PlatinumGames
Publisher: Sega
Release: Erschienen - 4. Quartal 2009
Spielmodi: Singleplayer

Bayonetta [Seite 1]


Ihr habt die meisten Meinungen sicherlich schon gelesen und deshalb sollte es wirklich kein Geheimnis sein, dass Bayonetta gut ist. Und mit gut meine ich wirklich unheimlich Mein-Gott-ist-das-genial-gut. Hideki Kamiyas Kuriositäten-Kabinett ist nicht perfekt, aber das soll es wahrscheinlich auch gar nicht sein. Es ist vielmehr ein Sammelsurium an abgedrehten Ideen und brachialer Action, das man wirklich jedem Fan von gepflegter Action-Adventure-Schnetzelei mehr als nur wärmstens ans Herz legen kann. Doch sehr viel wichtiger als mein, ja fast schon vorgezogenes, Fazit ist natürlich der Grund bzw. die Gründe dafür, dass der Titel aus dem Hause Platinum Games von der gesamten Presse über den grünen Klee gelobt wird. Auf den ersten Blick könnte man ja gar der Vermutung aufliegen, dass es sich hierbei um eine Art Devil May Cry mit Brüsten und Stilettos handelt. Auch wenn dieses Statement nicht völlig abwegig ist, so würde man hiermit dem eigentlichen Spiel dennoch nicht im Geringsten gerecht werden. Bayonetta ist nämlich all das und dann doch so viel mehr.

Abwechslung am Fließband
Eine allzu ausführliche Wiedergabe der Geschichte rund um den Sarah-Palin-Look-a-Like Bayonetta und ihre verrückten Abenteuer wollen wir uns an dieser Stelle ersparen. Denn schon von der ersten Sekunde an sollte klar sein, dass es hier nicht wirklich darum geht eine tatsächliche Geschichte zu erzählen, als sehr viel mehr die Heldin und ihre herausragenden Talente (Pistolen, Schwerter, Brüste) in den Vordergrund zu stellen. In welchem Spiel erlebt man denn sonst eine Art hoch sexualisierte Sailor-Moon-Verwandlung mit anschließender Ballerorgie? Der gesamte Plot rund um die mächtige Hexe, die ihr Gedächtnis verloren hat und Engel, die ihr ans Leder wollen, ist vielmehr eine Art Gerüst, eine Art Leinwand, auf der sich die Entwickler nach Belieben austoben können. Das einiges am Ende des Tages dann nicht wirklich viel Sinn ergeben muss, ist hierbei Nebensache.

Bayonetta pfeift sowohl was die Geschichte, als auch die gesamte Inszenierung angeht auf sämtliche Konsequenzen und so ziehen die Entwickler von der ersten Sekunde an ihr eigenes Ding durch. Ich kann es mir fast schon bildlich vorstellen wie einer der Designer voller Begeisterung davon erzählt, wie cool es doch wäre, wenn ihr gesamtes Outfit eigentlich aus ihrem magischen Haar bestehen würde. Welches sich in ein riesiges Monster verwandeln kann, das gegnerische Bosse einfach mir nichts, dir nichts verschlingt. Oder in einen riesigen Stiefel. Oder eine riesige Faust. Das Faszinierende hierbei ist, dass die meisten Producer wahrscheinlich zwei Dinge tun würden: Erstens: Sie würden den armen Freigeist für verrückt erklären und Zweitens: Sie würden den armen Freigeist hochkant aus dem Team werfen. Ganz anders ist es hier: Bayonetta ist eine Art Achterbahnfahrt durch ein japanisches „Kabinett des Dr. Parnassus“.

Die logische Konsequenz hieraus ist ein zweischneidiges Schwer. Einerseits weiß man nie so recht wo einem gerade der Kopf steht und nicht selten fühlt man sich innerhalb der doch recht wirren Story ziemlich allein gelassen. Andererseits erlaubt diese Art der Kompromisslosigkeit einen sehr hohen Grad an Abwechslung. Abgesehen von der Tatsache, dass man nicht selten gegen die gleiche Art von Gegner kämpft, hat man nie wirklich das Gefühl man würde etwas wiederholen. Noch viel seltener kommt der Gedanke auf man hätte die eine oder andere Aktion „schon gesehen“. Denn wenn es eine Sache gibt, die die Damen und Herren von Platinum Games mit Bravur gemeistert haben, dann ist es wohl das Erschaffen einer völlig eigenen Welt, die ihren eigenen Gesetzen und ihren eigenen Konventionen folgt. Doch ist dies vielmehr eine Frage des Stils und zu Recht könnte man sich die Frage stellen, ob bei all der Effekthascherei nicht das eigentlich Entscheidende auf der Strecke bleibt: Das Gameplay.

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Informationen:
Datum:
 27.01.2010
Autor:
 Dschafar Mirzayev (DMi)
Links:
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